Donnerstag, 2. April 2009

studienreise-tagesprotokoll

Tag 1: Stutengarten (Kultur)
Die Jungblasen fassten schnell Mut und erkundeten die Gegend rund um das Bahngebäude.
Das Knurren unserer Mägen dämpfte unsere Freude ein wenig und so beschlossen wir, uns auf die Suche nach einem Frühstück zu machen.
Leichter gesagt als getan. Sonntagmorgen um 7h30 war nicht viel los in Stuttgartseinkaufsstrassen. Nach einem ausgedehnten Spaziergang wurden wir fündig. Nach einem wohlschmeckendem Frühstück beschlossen wir ins Museum zu gehen. Kunst auf mehreren Ebenen mit Triptychonthematik. Ein Raum war der VORführung eines Kurzfilmes über Sesseln gewidmet. Ich bin mir nicht sicher ob wir den kompletten Streifen gesehen haben, aber zumindest den Anfang hab ich mehrmals gesehen. Als wir aber 45 min später den kleinen, dunklen Raum verließen, waren wir mehr oder weniger ausgeschlafen.

Tag 2: "... verliefen sich im Wald..." (Naturkunde)
schlafen, schlafen und noch mehr schlafen
Doch gegen Nachmittag, konnten wir uns dem Drängen der Blasen gegenüber nicht länger verschließen. Die Jungen wollten schließlich die Welt kennen lernen. Das Museum hatte es ihnen ja nicht besonders angetan...
Wir entschieden uns für einen Waldspaziergang.
Ein Hochstand ist für eine junge Blase nicht ungefährlich, wie wir zu unserem Bedauern feststellen mussten. Im Inneren herrscht eine besondere Art von Zug, die eine unaufmerksame Jungblase schnell an die rauhe Wand drängen kann. Von den hervor stehenden Ecken und Kanten ganz zu schweigen. Daher verließen wir den Hochstand wieder und setzten unseren Weg VORt. Doch hatten die Blasen aber an dem Verlauf der Strecke keine rechte Freude. Das Unterholz, abseits des Weges erschien ihnen viel interessanter.
Wir folgen den Blasen also immer tiefer in den Wald. VORbei an Fährten von Fuchs und Hase, VORbei an sumpfähnlichen Lacken und centimetertiefen Bächen. Bis, ja bis wir uns hoffnungslos verlaufen hatten. Doch zum Glück hatten die Blasen die Lage völlig unter Kontrolle und brachten uns auf sicheren Weg wieder zurück in die Zivilisation.

Tag 3: fasnet (Volkskunde)
Am Faschingsdienstag wohnten wir einer Art von Faschingsumzug bei.
Eine gesamte Stadt war davon befallen. Entlang der Hauptstraße bildeten die Schaulustigen eine Straße um den Zug der Hexen, Kobolde und Musikanten passieren zu lassen. Es war alles vertreten; von harmlos über lustig bis zu grauslich gruseligen Gestalten mit rotglühenden Augen. Manche dieser Wesen näherten sich unauffällig den Schaulustigen um sie dann plötzlich mit Papierschnitzel zu bewerfen oder schwarz anzumalen. Beängstigend fand ich, dass so mancher Zuschauer entführt wurde! Aber da sich diese Kreaturen in der Unterzahl wussten, ließen sie ihre Opfer meist schon nach wenigen Metern wieder frei. Ich hatte zwar große Sorge, dass so eine brutal aussehende Kreatur sich eine der Jungblasen schnappen könnte, aber den Blasen bereitete das scheinbar überhaupt keine Sorge. Sie stiegen hoch um sich das Scenario aus sicherer Entfernung anzusehen und ließen sich verspielt vom Pulverturm fallen.

Tag 4: Nachtwanderung (Zoologie)
Der letzte Tag in Stuttgart begann mit einem Café in einer Buchhandlung. Wir verabschiedeten uns von unseren netten Gastgebern und machten uns auf den Weg zum bekannten Tiergarten Wilhelma. Leider war die Zeit zu kurz um die Blasen das gesamte Areal auskundschaften zu lassen. Besonders angetan hatte es ihnen der freilaufende Pfau. Ich geh mal davon aus, dass es das wunderbar buntschillernden Federkleid war, was sie so verzaubert hatte. Der Pfau seinerseits war etwas indigniert und suchte sich aus der Affaire zu ziehen. Aber auch das verspielte Eisbärenjunge und die Erdmännchen bezauberten sie.
Nach einem typisch stuggartischen Abendessen, trat ich mit den Blasen im Schlepptau dem Heimweg an. Da der Weg doch länger war, wollte ich den Blasen noch etwas Auslauf gönnen- trotz der späten Stunde. Ich war zutiefst beeindruckt. Niemals hätte ich mir gedacht, dass die Dunkelheit die schillernden Farben der Blasen derart gut zur Geltung bringen kann! Es war wunderbar- der perfekte Abschluss für die erste Auslandsstudienreise.